Eric – 82

Ich hasste diesen beschissenen Rummel. Ich hasste die Fragen der Journalisten, das Gekreische der Mädels, die unbedingt ein Kind von mir wollten, ohne was über meine beschissenen Gene zu wissen und ich hasste das Blitzlichtgewitter, das erbarmungslos über einem einschlug. Die Fotografen machten ihre Scheißbilder, knipsten mich ab, um mit mir Kohle zu verdienen. Ein Seitenblick zu Simon machte klar, dass er auf den Dreck hier stand und auch Flo sonnte sich in ihren 15 Minutes of Fame, auch wenn sie morgen schon wieder vergessen sein würde.

So schnell ich konnte sprang ich aus dem Oldtimer, um sofort wieder bei ihr zu sein. Esther stand einfach nur da und ließ das Rundherum über sich ergehen und ich sah in ihren Augen, dass sie am liebsten ganz woanders gewesen wäre. Aber sie war tapfer. Sie hatte zugesagt und sie war eine von jenen, die es dann auch durchzog.

„Ist das deine Cousine?“, brüllte einer der Fotografen und ich wäre am liebsten sofort auf ihn gesprungen, um ihm die Scheiße aus dem Gehirn zu prügeln. Aber Esther hielt mich am Arm fest.

„Es geht um den Film, es geht hier nicht um mich“, sagte sie und mir war klar, dass ich die Aufmerksamkeit nicht noch weiter auf sie ziehen durfte.

Ich schnaubte und fixierte sie, denn es war eine Lüge, die sie da von sich gab. „Es geht doch immer um dich.“

Und dann spulte ich das Ding ab. Ich unterschrieb auf den Autogrammkarten, ließ mich mit den Fans abknipsen und beantwortete ein paar Fragen von den Journalisten, die mir nicht vollkommen auf die Eier gingen.

Das machte ich einige Minuten lang, es passierte ganz von selbst, und mit einer Routine, die ich mir über die letzten Jahre angeeignet hatte. Und dabei dachte mein Kopf nur an Esther. Daran, dass ich bei ihr sein wollte, dass ich mit ihr abhauen wollte, irgendwohin, wo wir allein waren, nur wir zwei. Ich wollte ihr nahe sein, wollte sie berühren, überall, wollte jede Stelle neu erkunden und meine Lippen auf ihrem ganzen Körper wissen.

Meine Pumpe ging bei diesen Gedanken wie verrückt und ich dachte an den Kinosaal, in dem wir gleich nebeneinander sitzen würden und daran, was wir da alles tun könnten.

Und als ich, für Simons Empfinden viel zu kurz und für meines viel zu lange den ganzen Affentanz hier mitgemacht hatte, schnappte ich mir Esther und wir gingen die Treppe hinauf. Dabei fiel mein Blick auf ihre Beine, die mich in dem schwarzen Kleid wieder einmal total anmachten.

Ich grinste. „Ich konnte die ganze Zeit nur daran denken“, flüsterte ich, „dass wir beide gleich eineinhalb Stunden in einem dunklen Raum verbringen.“

„Wir und noch ungefähr fünfhundert andere Leute“, sagte sie und errötete.

„Ich mag das“, wisperte ich ihr zu.

Ihre Augen weiteten sich. „Wenn andere Leute beim Sex im Raum sind?“, fragte sie erschrocken und ich lachte auf.

„Wenn deine Wangen rot werden“, sagte ich.

Sie senkte den Blick und es schien ihr wirklich unangenehm zu sein.

„Das ist entzückend, Esther“, sagte ich und sie schüttelte nur den Kopf, als ich mit dem Finger ihr Kinn anhob.

„Das ist peinlich“, erklärte sie. „Ich kann es nicht leiden, wenn ich rot wie eine Tomate werde.“

Ich zog sie noch ein Stück näher an mich heran und legte den Arm um ihre Hüfte. „Ich steh auf Tomaten“, sagte ich und noch vor ein paar Wochen hätte ich mich für so einen Spruch selbst verdroschen, aber jetzt, neben Esther, fühlte es sich okay an.

Sie schmunzelte. „Der war schlecht“, sagte sie und lachte. „Der Spruch war unglaublich schlecht.“

Ich nickte. „Das stimmt. Und damit ich nicht noch mehr Scheiße von mir geben kann, solltest du mir gleich den Mund stopfen. Am besten mit einem Kuss.“  

Sie lächelte nur, und bevor sie etwas erwidern konnte, hatten wir das Ende der langen Treppe erreicht und betraten nun das Foyer, in dem sich dutzende Leute tummelten, die sich verdammt in Schale geworfen hatten. Sie unterhielten sich, soffen ihren Champagner und versuchten dabei einen auf lässig und familiär zu machen, was ich bei den Veranstaltungen immer zum Kotzen fand. Simon und Flo schnappten sich vor uns Champagnergläser und Simon drückte mir und Esther auch eines in die Hand, als von der Seite eine Stimme erklang.

„Eric!“, rief sie und shit, warum musste sie hier sein.

 

 

4 Thoughts on “Eric – 82

  1. Trixi Breyer on 25. August 2017 at 20:39 said:

    Wer ist das? Wer ist das? Wer ist das?🤔🤔🤔😱😱😱😰ich wills wissen!!!!!!ich fin das soooo unendlich schön!!!
    Mal so nebenbei hat jemand ne Ahnung wann der 10. Teil von 8 Sinne komm¿¿¿¿¿¿ Ich dreh bald durch von warten!!♡♡♡♡♡☆☆☆☆☆《♡》《☆》《¤》{♡☆¤}* | *

    \__/
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  2. Heike Mai on 26. August 2017 at 16:03 said:

    Ich warte auch immer wie verrückt auf die Fortsetzung. Aber das ist toll, so kann ich mich jede Woche drauf freuen. Ich würde auch gerne wissen, wann der 10. Teil von 8 Sinne kommt. Bitte gebt uns einen Hinweis, wie lange wir noch warten müssen

  3. Silke Wilhelm on 26. August 2017 at 18:09 said:

    Aaaaaahhhh 😫. Ich hab gestern, nachdem ich alle 11 und 17 Bände verschlungen habe, mit „Groupie wider Willen“ weitergelesen. Urlaub sei Dank, hatte ich das Buch ruck zuck durch und habe heute den ganzen Blog auf einmal gelesen. Und jetzt stehe ich da und muss Häppchenweise weiterlesen!!! Das ist grauenhaft 😱. Dabei ist das Buch sooooo spannend!

  4. Katja on 28. August 2017 at 7:14 said:

    Oh oh, ich ahne Böses. Wer ist das? Ich will’s nicht wissen, können wir das bitte überspringen?
    NEIN, Scherz, ich will’s doch wissen.

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