Eric – 105

Sie blickte mich mit schimmernden Augen an und verdammt, ich wusste echt nicht, was ich tun sollte. Ein Teil von mir wollte sie einfach nur in den Arm nehmen, während ein anderer Teil am liebsten sofort abgehauen wäre.

Die Nachricht von der Schwangerschaft hatte mich kalt erwischt. Gerade noch stand ich auf der Bühne, um so einen beschissenen Preis entgegenzunehmen und dann sah mich die schönste Frau der Welt an und sagte mir, dass wir ein verdammtes Baby miteinander kriegen würden.

Und ich Idiot hatte geflucht, das Einzige, was ich rausgebracht hatte, war ein verfluchtes Fuck gewesen, und jetzt stand sie da und sprach davon, das Kind zu töten.

Unser Kind.

„Ich will … einfach nur das Richtige tun“, hauchte Esther. Sie blinzelte und eine Träne löste sich von ihren Wimpern und fiel zu Boden.

„Und du denkst, eine Abtreibung ist das Richtige?“ Verdammt, ich musste meine Stimme unter Kontrolle halten, es ging nicht, dass ich ihr jetzt Vorhaltungen machte, nachdem ich vorhin selbst so beschissen reagiert hatte. Beherrscht atmete ich durch und nahm ihre Hand. „Hör zu, ich will dir nicht vorschreiben, was du tun sollst …“ Entnervt brach ich ab. „Ich hab das auch noch nie zuvor erlebt.“

Esther schluckte und eine weitere Träne tropfte von ihren Wimpern. Bei ihrem Anblick zog sich mein ganzer Brustkorb zusammen und ich schaffte es nicht, noch länger so weit von ihr entfernt zu sein. Mit einem leisen Stöhnen zog ich sie an mich und vergrub mein Gesicht an ihrem schlanken Hals.

„Ich liebe dich“, presste ich dann hervor und drückte sie an mich. „Das eben hat mich überfordert, aber das heißt nicht …“ Sie verspannte sich in meinen Armen, doch ich wusste, dass ich jetzt einfach weiterreden musste, es hatte keinen Sinn, jetzt in alte Muster zu fallen und die Klappe zu halten. „… das heißt nicht, dass wir das nicht hinkriegen“, flüsterte ich rau. „Ich kann verstehen, wenn dir das alles eine Scheißangst macht, weil es mir selbst auch eine Scheißangst macht.“ Sie schluchzte leise und ich war mir nicht sicher, ob das gut oder schlecht war, aber ich redete einfach weiter. „Aber ich hab noch einen viel größere Angst, und die ist, dich zu verlieren.“

Ein Zittern lief durch ihren Körper und ich schob sie ein Stück von mir, bevor ich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht schob. „Ich will mit dir zusammen sein. Du bist jeden Tag das verdammt noch mal Erste, woran ich denke und ich will nicht, dass …“

In diesem Moment beugte sie sich nach vorne und küsste mich. Ihre Lippen schmeckten noch salzig von ihren Tränen, aber das war mir egal. Ich hielt mein Mädchen in meinen Armen und sie küsste mich, was bedeutete, sie würde jetzt nicht einfach abhauen, obwohl da etwas auf uns zurollte, was so viel größer war, als ich es mir im Moment noch vorstellen konnte.

„Ich will das Kind nicht abtreiben“, flüsterte sie, nachdem der Kuss zu Ende war. „Aber ich will dich auch nicht dazu zwingen, Vater zu werden, nachdem du gestern erst gesagt hattest, dass du nie Kinder haben willst.“

„So schnell kann man seine Meinung anscheinend ändern.“

Sie lächelte mich an und obwohl sie noch immer total verheult aussah, war sie das Schönste, was ich je gesehen hatte.

„Ich liebe dich“, flüsterte ich ein weiteres Mal und zog sie an mich, bis ihre Finger auf meiner Brust lagen. „Du hältst mein verfluchtes Herz schon seit dem Moment in deiner Hand, als ich mir bei dir einen Espresso bestellt habe.“

„Ich liebe dich auch, Eric“, antwortete sie leise.

„Gut“, erwiderte ich. „Denn wir beide werden ein verdammtes Baby miteinander bekommen.“

„Sag nicht verdammt.“ Ihre Stimme klang schon wieder ein bisschen mehr nach ihr selbst und ich grinste sie an, während ich beobachten konnte, wie das Leuchten in ihre Augen zurückkehrte, das ich so an ihr liebte.

„Okay. Wir beide werden ein wunderbares Baby miteinander bekommen.“

Sie strahlte mich an und in diesem Moment wurde mir bewusst, dass ich in die Augen der Mutter meines Kindes sah.

 

8 Thoughts on “Eric – 105

  1. 😍😍😍😍❤❤❤❤❤
    Ich wusste doch, dass Eric nicht wieder wegläuft ❤❤

  2. Katrin on 2. Februar 2018 at 9:24 said:

    Wenn ich auf was wetten müsste, würde ich sagen, sie verliert das Kind wieder… 🙁

  3. Trixi Breyer on 2. Februar 2018 at 14:38 said:

    Das ist soooo süüüüüßßß♡♡♡♡ Ich bin echt stolz auf ihn! Und ich hoffe auch, dass alles gut geht!

  4. Sarah on 2. Februar 2018 at 15:00 said:

    Ohhh!! 😍😍😍
    Ich drücke so die Daumen, dass alles gut geht!

  5. Karina on 2. Februar 2018 at 16:07 said:

    Ich freue mich 🙂

  6. Kerstin on 2. Februar 2018 at 17:50 said:

    Oh man, ich hab noch nie so ein Buch gelesen und wusste nicht das es so spannend ist. Wirklich nervenaufreibend wenn man so gespannt ist wie es weiter geht und dann immer auf Dienstag und Freitag wartet 😆
    Bitte weiter so!

  7. Elke on 2. Februar 2018 at 20:28 said:

    💞Sooo ist es guuut.. Aber ich hätte drauf gewettet dass er so reagiert. Er ist ein Guter…doch wenn beide dann irgendwie zu Lee und Ben werden, die auch fantastisch sind…wie passt dann ein Baby dazu😔…na ich bin gespannt. Jedenfalls ein süsser Roman..ich lieb alles von Euch, Mädels!😘😘
    .

  8. Nisi on 19. Februar 2018 at 2:26 said:

    Gerade tun mir Lee und Ben extrem leid… die beiden durften nie ein Kind zusammen in die Welt setzen… Ich freue mich so sehr für Eric und Esther. Ach ist das süß. 😍

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