Eric – 127

„Okay, Leute. Setzt euch, ich hab euch was Wichtiges mitzuteilen.“ Simon grinste über beide Ohren und ich wollte automatisch stehenbleiben. Es war nie gut, wenn Simon über beide Ohren grinste – obwohl ich das Gefühl hatte, dass er generell besser drauf war, seit Flo und Chris die verdammte Hochzeit abgesagt haben.

„Hoffentlich dauert es nicht lang. Wir müssen proben, das verdammte Intro sitzt noch nicht“, knurrte Aron und ich wollte dem Mistkerl spontan in seine blöde Fresse schlagen, obwohl er sogar recht hatte. Wir mussten wirklich an dem verdammten Intro arbeiten.

Angepisst brachte ich so viel Abstand wie möglich zwischen uns und versuchte, nicht in seine Richtung zu sehen. Seitdem ich wusste, dass er mit Flo in der Nacht ihres Junggesellinnenabschieds gevögelt hatte, hatte es mich meine ganze erbärmliche Selbstbeherrschung gekostet, dem verfluchten Idioten nicht die Scheiße aus dem Körper zu prügeln. Nicht nur, weil er Chris verletzt hatte, sondern auch, weil er Simon damit glücklich gemacht hatte. Und Simon war schon im Normalzustand unerträglich.

„Also, was ist los?“, fragte ich und hoffte, dass unser Manager es schnell ausspuckte. Seit ich Esther den Antrag gemacht hatte, war ich nicht mehr ich selbst. Da war so ein verdammtes Brennen in meiner Brust und es hatte mich ein paar Tage gekostet, herauszufinden, dass das was Gutes war. Dass es offenbar die abgefuckte Art meines Körpers war, mir zu zeigen, wie sich Glück anfühlte. Weil ich es am liebsten jeden Tag in die Welt hinausgeschrien hätte: Dass ich die verdammt noch mal schönste Frau auf der Welt heiraten würde, die auch noch ein Baby mit mir bekam. Simon begann wieder umständlich zu labern und ich dachte an unser zukünftiges Kind. Würde es ein Junge oder ein Mädchen werden?

„Und, Eric, was sagst du dazu?“, fragte Simon in dem Moment. Irritiert blickte ich auf.

„Zu dem Deal“, hakte Simon nach.

„Ähm …“

„Mann, Eric, für so einen Scheiß haben wir keine Zeit“, knurrte Aron. „Kannst du nicht einmal bei der Sache sein?“

„Halt deine verfickte Fresse“, schnappte ich und sah, wie Zen-Cliff beruhigend die Hände hob.

„Whoa. Peace, Mann. Was ist denn in letzter Zeit los mit dir?“

„So ist er doch immer“, schnaubte Aron.

„Nein, so bin ich nur, wenn du in der Nähe bist“, fauchte ich.

„Okay. Also der Werbedeal“, versuchte uns Simon zu übertönen. „Chrysler, Leute!“

„Ich fahr keinen Chrysler“, ließ ich ihn wissen.

Simon atmete tief durch und fuhr sich durch seine lächerlichen blonden Locken. „Danke, Simon, für diese Wahnsinnschance, die uns ein paar Millionen aufs Konto spülen wird!“, rief er mit veränderter Stimme. „Hey, das hab ich doch gern gemacht“, setzte er sein Selbstgespräch fort. „Nein, echt: du bist ein super Manager! Was würden wir nur ohne dich machen?“

„Jetzt wird mir einiges klar“, murmelte ich kopfschüttelnd.

„Danke, Simon. Ist wirklich ne super Sache“, meinte Cliff in dem Moment aufrichtig, während Noah einfach nur mit halbgeschlossenen Augen in der Ecke lehnte und Aron mich verärgert anfunkelte.

„War’s das?“, fragte ich und stieß mich von der Wand ab, um die Scheißprobe zu Ende zu bringen, bevor ich mich mit Chris traf.

„Ja, das war’s“, seufzte Simon. „Sobald die Sache eingetütet ist, lasse ich euch die Details zukommen.“

„Danke“, wiederholte Cliff und klopfte Simon kurz auf die Schulter, bevor er sich zum Gehen wandte.

Ich steuerte ebenfalls auf den Probenraum zu und wurde dabei von Aron angerempelt, der zeitgleich durch die Tür drängte.

„Geht’s noch?“, knurrte ich und versetzte ihm einen Stoß.

„Sag mal, spinnst du?“, fauchte Aron und stieß mich zurück. „Was ist dein Problem, Arschloch?“

„Mein Problem ist, dass du deinen verdammten Schwanz nicht in der Hose lassen kannst“, erwiderte ich und hätte ihm am liebsten in seine hässliche Visage geschlagen.

Er schüttelte den Kopf. „Es geht dich einen Scheißdreck an, was ich mit meinem Schwanz mache.“

„Nicht, wenn es um meine Familie geht“, presste ich hervor und machte einen bedrohlichen Schritt auf ihn zu.

„Genug!“, brüllte Noah in diesem Moment und ich zuckte kurz zusammen, da ich nicht mit so einem Ausbruch gerechnet hatte. „Es reicht, verdammt noch mal.“ Seine Stimme klang so angepisst, dass ich den verdammten Wichser Aron für einen Moment vergaß.

„Ich hab es so satt“, fuhr Noah fort. „Wir sind doch keine Band!“ Cliff war mit ernstem Gesicht an der Tür stehengeblieben und ich spürte, wie mein Zorn auf Aron zusammenschmolz, als ich in das wütende Gesicht von Noah blickte. „Hört zu: Was auch immer zwischen euch beiden ist: kriegt das verdammt noch mal auf die Reihe. Oder ihr könnt die verdammte Band ohne mich weiterführen.“

3 Thoughts on “Eric – 127

  1. Valérie on 6. Juli 2018 at 17:22 said:

    Ach, nein! Haben die Beiden nicht schon genug Probleme?!?!?!?!

  2. Jetzt muss ich auch mal was schreiben und ein großes Lob vergeben. Ich habe den Blogroman innerhalb von einer Woche durchgelesen und war total gefangen von der Geschichte. Mir kam vor kurzem auch der Gedanke, dass ich einen Blogroman verfassen möchte und bin auf der Suche nach anderen auf eure Seite gestoßen. Macht weiter so, mich habt ihr als Fan von Esther und Eric auf jeden Fall gewonnen :-). Liebe Grüße

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